Michelbach in Böheimkirchen
Durch das Aufbrechen des Gewässerlaufes, die Anpflanzung von Ufergehölzen und das Entfernen von Querbauten wurde der ökologische Zustand des Michelbaches in Böheimkirchen wesentlich verbessert.
© Vojta Herout

Was sind die besten Klimawandelanpassungsprojekte im österreich-tschechischen Grenzgebiet?

3. August 2023
Vier Projekte aus Österreich, darunter je zwei aus Niederösterreich und Oberösterreich, konnten sich heuer für das Finale des Adapterra Awards qualifizieren, dem Preis für Klimawandelanpassungen aus dem tschechisch-österreichischen Grenzgebiet.

Finalisten aus Niederösterreich

Revitalisierung des Michelbachs in Böheimkirchen

Um der schlechten Wasserqualität und mangelnden Sauerstoff-Zufuhr im Michelbach entgegenzuwirken, startete die Marktgemeinde Böheimkirchen ein Revitalisierungsprojekt. Durch das Aufbrechen des Gewässerlaufes, die Anpflanzung von Ufergehölzen und das Entfernen von Querbauten wurde der ökologische Zustand des Flusses wesentlich verbessert. So entstanden Biotope für Tiere und Pflanzen und wertvoller Erholungsraum für die Bevölkerung.

WIWA Retzer Land

Durch die Klimakrise häufen sich in Retz und Umgebung Dürren, Starkregen und Stürme. Das Retzer Land zählt mit rund 470 mm Jahresniederschlag schon heute zu den trockensten Regionen Österreichs. Mit dem Projekt WIWA Retzer Land setzte die Region Maßnahmen zur Verbesserung des Windschutzes und Wasserhaushalts um. So wurden bestehende Rückhaltebecken erneuert, Wasser aus Drainagen lokal gespeichert und bei Starkregen wird der Niederschlag in der Region zurückgehalten, anstatt diesen abzuleiten.

Finalisten aus Oberösterreich

Am Hauptplatz in Freistadt sowie in der Kroatengasse in Linz wurden Bäume nach dem fortschrittlichen Schwammstadt-Prinzip gepflanzt, die nun besonders vital und schnell zur Entlastung der Umwelt beitragen.

Klimafitter Hauptplatz Freistadt

Um der Hitzeinsel am Hauptplatz Freistadt an Sommertagen entgegenzuwirken und Besucher:innen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen, hat die Stadt an der nordöstlichen Ecke vier Hopfenbuchen gepflanzt.

Das Besondere: Die Bäume wurden nach dem „Schwammstadt-Prinzip“ gepflanzt. Das spezielle Bodensubstrat kann Wasser gut speichern, wodurch einerseits die Bäume vitaler sind und schneller wachsen und andererseits die Kanalisation bei starken Regenfällen entlastet wird. Die Menschen wiederum profitieren vom Baumschatten und der spürbaren Abkühlung.

Kroatengasse Linz

Der Linzer Gemeinderat hat im Oktober 2019 als zentralen Bestandteil der städtischen Klimastrategie das Projekt „1000 neue Bäume für Linz“ beschlossen. Auch hier kam das „Schwammstadt-Prinzip“ zum Einsatz: In der Kroatengasse wurden auf der Westseite der Straße – im Bereich der parkenden Autos – Bäume gepflanzt und die Pflanzeninseln mit Blütenstauden begrünt. Wasserdurchlässige Pflastersteine und begrünte Füllmaterialien sorgen dafür, dass das gesamte Regenwasser für das Wurzelwachstum zur Verfügung steht.

Abstimmung

adapterraawards.eu